Tetractinella-Bank

Der von West nach Ost durch das Thüringer Becken verlaufende Profilvergleich (Profile von Ockert & Rein, Brandt & Rein) zeigt mit der unterschiedlichen Ausbildung der Fazies des Trochitenkalkes von der Eichsfeldschwelle bis zum unteren Schwellenrand der Finne die Dynamik ihrer Bildung. Aufschlussreich ist die unterschiedliche Trochitenführung , die Anzahl der Bänke mit Coenothyris vulgaris, sowie der frühe Übergang zur Tonplatten-Sedimentation in Ernstroda.
Die Korrelation wird durch die Isochronie (Zeitgleicheit) des Fundhorizontes von Tetractinella trigonella ermöglicht. Da der Nachweis für diesen Brachiopoden im Westen Thüringens fehlt, erfolgt der wichtige Bezug auf den Horizont der Tetractinella-Bank indirekt. Dazu gehören:
- die stets gemeinsame Fossilführung mit Trochiten und Coenothyris vulgaris in dieser Lage
- der mit 5 Metern annähernd gleiche Abstand dieser Leitbank zur obersten Hornsteinlage mit den Stromatolithen die gleichzeitig die mm/mo Grenze markiert
- und die vertikale Reichweite von ca. 9 Metern der flexuosus -Biozone

Germanonautilus immigrierte an der mm/mo Grenze als einer der ersten in das "obere Muschelkalkmeer". Sein Lebensraum ist somit unabhängig von der Fazies.
Die heterogenen Populationen der Chronospezies Ceratites flexuosus besiedelten erst nach Tetractinella trigonella ausschließlich Lebensräume mit Weichboden ("Tonplatten"). Die ältesten Nachweise für Thüringen kommen aus dem Raum Waltershausen - Ernstroda.