REIN, S. (1988): Rinnen-, Rillen- und Furchenbildungen auf Ceratitensteinkernen.-
Veröff. Naturkundemuseum Erfurt, 7: 66-79, 5 Taf., Erfurt.

Zusammenfasssung

Die bisher wenig beachteten aberranten, der Spirale folgenden Skulpturanomalien auf Ceratitensteinkernen werden in ihrer Vielfalt vorgestellt, die unterschiedlichen Strukturen als Produkt des jeweiligen Mantelbereichs gedeutet und nach den wahrscheinlichen Entstehungsursachen klassifiziert.
1. Endogene Bildungen
Medianer Fadenkiel, Marginalrinne, mediane Rinnenbildungen und Lateralfalten sind phänotypische Merkmale und lassen auf eine große Variabilität im Genpool der Ceratitenpopulationen schließen.
2. Exogen beeinflusste Bildungen
2.1 Rillenbildungen durch Reizung des Mantelorgans von innen:
Rillen entstanden durch exogen bedingte Reizung der vorderen Bereiche des Mantelorgans etwa analog der Perlenbildung durch eine im Hypostracum gebildete Kalkschwiele. Durch Infektion des Mundrandepithels konnte kurzzeitig die Skulpturbildung beeinträchtigt werden, die ontogenetische Entwicklung wurde nicht behindert. Die Zugehörigkeit der Ceratiten zum vagilen Benthos wird indirekt bestätigt.
2.2 Furchenbildung nach Primärschalenverletzung von außen
Furchen sind Schalenfrakturen der Conothek. Der Heilprozeß beeinflußte je nach Umfang der Verletzung die ontogenetische Entwicklung beträchtlich.