REIN, S. (1999): Über Ceratites armatus PHIL. und Ceratites münsteri PHIL. aus dem Oberen Muschelkalk
Thüringens.- Veröff. Naturhist. Mus. Schleusingen, 14: 43-51, 16 Abb., Schleusingen.

Zusammenfasssung

Eine Analyse frühontogenetischer Gehäusemerkmale von 250 jugendlichen spinosen Ceratiten aus einer Großpopulation erbrachte überraschende Ergebnisse. Unterschiedliche Strategien im Gehäusebau ermöglichen eine Trennung in zwei grundverschiedene Morphotypen. Diese Erkenntnis verändert die bisherigen Vorstellungen von Biologie, Taxonomie und Phylogenie der germanischen Ceratiten entscheidend. Da "Ceratites armatus" und "Ceratites münsteri" lediglich Jugendstadien von Ceratites spinosus verkörpern, entfällt ihr eigenständiger Gattungs- und Artstatus. Gleiches gilt für ihre bisherige exponierte Stellung im Stammbaum der germanischen Ceratiten. Zudem wirft die Existenz zweier unterschiedlicher Morphotypen die generelle Frage auf, ob es sich bei Ceratites um zwei echte Arten oder um Geschlechtsdimorphismus handelt.

Summary

An analysis of early ontogenetic shell features in 250 specimens of juvenile spinose ceratites from a large population has yielded surprising results. Different strategies in building the shell make possible a separation of two fundamentally different morphotypes. This perception leads to a decisive change of previous ideas concerning biology, taxonomy, and phylogeny of Germanic ceratites. Since "Ceratites armatus" and "Ceratites münsteri" represent juvenile stages of Ceratites spinosus only, their independent generic and specific status becomes obsolete. The same applies to the former exposed position in the so far valid genealogical tree of Germanic ceratites. In addition, the existence of two different morphotypes gives rise to the basical question whether these are true species of Ceratites or whether they represent a sexual dimorphism.