Conellen und conellenbildende Substanzen auch auf Germanonautilus-Steinkernen
Auf traumatische und pathologische Ereignisse reagieren viele schalenbildende Mollusken mit der Ausscheidung von Conchin. Modifizierte Reste der auf diese Weise regenerierten einstigen Originalschale sind in Gestalt von Conellen auf den Steinkernen fossiler Ammonideen erhalten geblieben. Da die postmortale Diagenese der conellenbildenden Substanz vom Chemismus des Meerwassers abhängt, scheint ihre Erhaltung im Oberen Muschelkalk Thüringens begünstigt.
Neu bei dieser diagenetisch bedingten Erhaltung der Conchin-Reste ist jedoch die Entstehung von Meiler-Conellen aus dieser „conellenbildenden Substanz" auch auf Steinkernen von Germanonautilus. Die Conellen im Gefolge der Sekundärschalenbildung auf dem Steinkern des Germanonautilus tridorsatus aus Dingelstedt sind der Erstnachweis.

Auf ca. 50% der Wohnkammer sind Reste der einstigen organischen Bestandteile (Conchin) der in diesem Bereich pathologisch gebildeten Sekundärschale erhalten geblieben. Kausal verursacht durch ein kurzzeitig gewaltsames Lösen des Mantels vom Hypostracum der Primärschale.

Die flächige Ausscheidung conellenbildender Substanzen setzt jedoch die vollständige Haftung des Mantelepithels am Hypostracum der Primärschale voraus. Mit dem seltenen Fund wird diese physiologisch basierte Befähigung eindrucksvoll bestätigt. Damit entfallen die von den rezenten Nautiliden bekannten Haftflächen der apikalen Muskelansätze.
Diese physiologisch/anatomischen Divergenzen zwischen Germanonautilus und Nautilus haben zur Folge, dass der im Gehäuse fixierte Weichkörper des triassischen Nautiliden den vor der Gehäusemündung liegenden „Kopf-Fuß" nicht zurückziehen konnte.

Germanonautilus unterscheidet sich physiologisch und anatomisch grundsätzlich von den rezenten Nautiliden.