Der Ceratiten-Sipho - ein rätselhaftes Organ

Der Ceratiten-Sipho ist kreisrund, liegt randlich an der inneren Ventralseite und scheint aus einer organischen Substanz zu bestehen. Der Sipho-Querschnitt nimmt prozentual langsamer zu als die Gehäusegröße und erreicht bei ausgewachsenen Individuen einen Durchmesser von einem Millimeter.

Der normale Sipho-Querschnitt ausgewachsener Individuen von einem Millimeter wird von gesunden Chronospezies oder genetisch bedingt veränderten Individuen nicht überschritten.

Pathologische Veränderungen des apikalen Weichkörpers können jedoch auf verschiedene Weise den Bau des Siphos entscheidend beeinflussen.

Bleibt der pathologisch vergrößerte Sipho randständig, so werden unterschiedliche organische Lamellen gebildet. Auf dem Steinkern sind sowohl Siphonal-Lamellen als auch Transversal-Lamellen sichere Indikatoren für eine pathologische Verursachung. Ihr Auftreten auf dem Phragmokon ist zeitlich begrenzt, erstreckt sich nur selten über mehr als fünf Interseptalräume. Sie besitzen demzufolge lediglich eine kurzzeitige Zusatzfunktion.

Löst sich jedoch das Sipho-Bildungs-Zentrum von der Gehäuse-Innenwand so wird vermehrt conellenbildende Substanz ausgeschieden. Dieses Absenken ist nach innen mit einer extremen Vergrößerung des Sipho-Querschnitts verbunden. Auf dem Steinkern ist der Vorgang mit der Ausbildung von Kompakt-Conellen ersichtlich oder nach deren Auflösung anhand siphonaler flächiger „Narbenstrukturen" zu rekonstruieren.

Sowohl organische Siphonal-Lamellen als auch mediane Kompakt-Conellen sind Produkte physiologischer Reaktionen auf pathologische Reize des apikalen Mantelepithels beim Bau des Ceratiten-Siphos. Trotz vielfältiger Regenerationsversuche ist dabei die Mortalitätsrate sehr hoch. Pathologische Gewebeschäden des Sipho-Bildungs-Zentums im apikalen Mantelsack sind jedoch auch heilbar. Organische Membranen und conellenbildende Substanzen haben somit eine physiologische den Heilprozess fördernde Aufgabe und der Sipho eine den Stoffwechsel fördernde Funktion.