Der Fadenkiel - ein unscheinbares aber wichtiges Skulpturmerkmal

Die Ventralseite der germanischen Ceratiten wird in der Diagnose der Gattung als glatt bezeichnet. Der erstmals von v. Bülow (1917) beobachtete millimeterbreite Fadenkiel ist jedoch eine bedeutende skulpturelle Bildung der Ceratiten-Schale. 70% aller Individuen der heterogenen Immigranten-Populationen brachten die unscheinbare mediane Kielbildung als ursprüngliches Merkmal in den gemeinsamen Genpool der Biospezies Ceratites nodosus.
Während der Phylogenese kann er bei den Chronospezies modellhaft als rezessiv wirkendes Merkmal nachgewiesen werden. Da es sich hauptsächlich um Bildungen bis zum zweiten Ontogenie-Stadium handelt, dieser Gehäuseabschnitt jedoch bei Individuen der nodosen Phase immer schlechter sichtbar ist, dürfte sich ab der compressus-Biozone der Prozentsatz leicht vergrößern.



Bei einigen Morphen wird der Fadenkiel zusätzlich gemeinsam mit ventralen Faltenrippen, die er rechtwinklig kreuzt, ausgebildet. Diese ventralen Strukturen sind weitere rezessive Merkmale der flexuosen Immigranten. In Ausnahmefällen kann die mediane Kielbildung sogar eine Breite von 4 mm erreichen.

Auf der Suche nach den bislang immer noch unbekannten nächsten Verwandten der germanischen Ceratiten könnte das Merkmal Fadenkiel durchaus eine Rolle spielen. Infrage kämen hier gemeinsame Vorfahren der Morphen aus dem Formenkreis der Gattung Gevanites aus der Familie Ceratitidae.